Chicago: Zwei mal im Exil

Chicago Conversation,Theatre Building of UNO Rogers Park, 24-07-2013

Chicago Conversation,Theatre Building of UNO Rogers Park, 24-07-2013 (© Deborah Winarski)

Das informelle (!) Treffen mit Priestern in Chicago hätte in einem Pfarrhaus stattfinden sollen. Dem Pfarrer war das aber am Vorabend seitens der Erzdiözese Chicago untersagt worden. So musste umgeplant werden, und wir fanden – wieder einmal – Unterschlupf bei einer evangelischen Gemeinde (Die ökumenische Zusammenarbeit ist an der Basis der Kirchen viel weiter gediehen, als das manchen in der Kirchenleitung lieb ist). Eine Vertreterin der evangelischen Gemeinde begrüßte uns freundlich. Da saßen wir nun mitten in einer evangelischen Kirche und gingen miteinander alle Fragen des Themas „Kirchenreform“ durch. Mit dem bitteren Beigeschmack des Verweises von katholischen Pfarrern aus katholischen Räumlichkeiten. Den Priestern ging das spürbar nahe.

Chicago Conversation,Theatre Building of UNO Rogers Park, 24-07-2013

Chicago Conversation,Theatre Building of UNO Rogers Park, 24-07-2013 (© Deborah Winarski)

Ich habe dabei erfahren, dass Priester in manchen Diözesen der USA nach einer Entlassung aus dem Amt existentiell vor dem Nichts stehen können, – ohne Anspruch auf einbezahlte Pensionen oder soziale Absicherung. Ein Druck, der druchaus ausgeübt wird.

Abends dann nehmen die Priester an der conversation im Theater Building of UNO Rogers Park teil. Wir sind zwar auch hier „im Exil“. Diesmal aber zusammen mit vielen Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürgern, die sich für eine Reform unserer Kirche einsetzen. Die Verbundenheit mit ihnen macht den Priestern spürbar Mut.

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8 Antworten zu Chicago: Zwei mal im Exil

  1. Silvia Brückner aus Deutschland schreibt:

    Lieber Pfarrer Schüller, ich kann es nicht oft genug sagen:

    Sie sind für mich ein Held!!!

  2. ufucucufuf schreibt:

    Überalterte 68 ohne Disziplin und Glaube. Hört auf Sünde über Sünde auf euch zu laden, ihr greisen Blumenkinder. Jesus war nie ein Hippie, zu dem ihr ihn gerne machen wolltet.

    • Paul Mark schreibt:

      Danke für den Blog und danke , daß hier nicht zensuriert wird, wie in selbsternannten „,besonders katholischen “ Blogs.

  3. Johann Amann schreibt:

    …Es sieht aus, als ob die „Evangelischen“ ihre katholischen Mitschwestern und Mitbrüder unter ihre Fittiche nehmen und ihnen Mut machen. Also haben Martin Luther und andere Reformatoren doch in Vielem Recht gehabt – mehr als die Katholiken meinen?…

    Vielleicht sollte in der katholischen Reformbewegung doch mehr über theologische Themen nachgedacht werden? Auch über die Frage der Sakramente und Sakramentenspendung – ob diese für den christlichen Glauben wirklich so zentral sind?…Und ob es dafür wirklich katholische Amtsträger braucht?…Wie war das in der Urkirche?…Ist es nicht so, dass der Glaube an Gott, die persönliche Beziehung zu Jesus Christus und die Liebe zum Nächsten die wesentlichen Punkte des christlichen Glaubens sind?…

    Ein Problem ist natürlich auch: Für katholische Amtsträger ist die finanzielle Absicherung innerhalb der Kirche – wenn man linientreu ist – schon ziemlich verlockend!… Reformer früherer Zeiten haben dieses Risiko auf sich genommen, ja sogar noch grössere Risiken!…Vielleicht sollten die „Reformer unserer Zeit“ von jenen etwas lernen?…

    • Silvia Brückner aus Deutschland schreibt:

      Ich denke schon, dass die Sakramentenspendung wichtig ist, nur bezweifle ich inzwischen, dass man dazu ein Weiheamt braucht.

    • Ronald P. schreibt:

      Text aus der ASKEA Pfarrei in Carlow (Irland)

      Wenn das kein Ort ist, an dem meine Tränen verstanden werden,
      wohin gehe ich, um zu weinen?
      Wenn das kein Ort ist, an dem mein Geist Flügel bekommt,
      wohin gehe ich, um zu fliegen?
      Wenn das kein Ort ist, an dem meine Fragen gehört werden,
      wohin gehe ich, um suchen?
      Wenn das kein Ort ist, an demman meine Gefühle gehört werden,
      wohin gehe ich, um zu reden?
      Wenn das kein Ort ist, an dem du mich so annimmst,
      wohin gehe, um zu sein?
      Wenn des kein Ort ist, an dem ich versuchen kann, zu lernen und wachsen
      wohin gehe ich, um einfach ich selbst zu sein?
      (A people place)

      Wohin sollen/wollen/können wir uns noch wenden?
      Wem kann ich noch vertrauen?
      Wer versteckt sich hinter wem und was?
      Wer nimmt mich WAHR und ERNST …

      SelbstverANTWORTUNG beginnt mit dem Aufbruch zur SUCHE – geMEINsam oder EINsam – jedenfalls MITeinander als gleichgeSINNte im Dialog und dem Austausch der
      Meinungen und Positionen wäre ein stärkendes Zeichen.

      Aber vielleicht hat der neue Papst FRANZISKUS ja bereits seine Antennen auf Empfang und wendet sich der scheinbar nicht zu unterschätzenden Menge am Rande seiner Strasse, die in ihren Häusern und vor ihren Smart-Phones, Tablets und Lapis sitzt schin eher zu, wenn man Helmut Schüller und seine Freunde weiter an den Rand der Priesterlichen Gesellschaft stellt.

      Ich wünsche es ihnen aus ganzem und tiefen Herzen!!!

      Liebe Grüße aus unserem probstDORF
      Ronald P.

  4. Silvia Brückner aus Deutschland schreibt:

    Dass ein katholischer Pfarrer in seinem Pfarrhaus, das ja sein Zuhause ist, sich nicht zu einem Gespräch mit anderen katholischen Pfarrern treffen darf, ist mehr als eine Unverschämtheit.

    Was Sie, lieber Pfarrer Schüller, über die existentiellen Probleme mancher aus dem Amt scheidender Priester schreiben, ist ein Armutszeugnis für eine Kirche, die ständig Liebe predigt und sich für das moralische Gewissen der ganzen Welt hält. Ich bin gespannt, ob sich da unter Papst Franziskus was ändern wird.

    Berührt hat mich, dass die Priester in den USA sich von den Laien in ihrem Kampf gestärkt fühlen. Ich persönlich kann das nicht feststellen in Deutschland. Ich habe den Eindruck, dass unsere Reformpriester lieber unter sich bleiben, weil sie den Laien nicht vertrauen sondern Angst vor Tratsch und Denunziation haben.

  5. Agnes Frei schreibt:

    Hoffnung
    Hoffnung ist eben nicht Optimismus.
    Es ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
    sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht
    ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.
    Václav Havel

    Sollen sie doch die Türen für die eigenen Gläubigen schließen, sie werden damit notwendige Entwicklungen nicht aufhalten – höchstens beschleunigen.

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