Baltimore: Priesterdienst als Anwaltschaft für das Kirchenvolk

Baltimore 20-07-2013

Voll besetzt: Faith Presbyterian Church in Baltimore, 20-07-2013

Lunch mit einigen Priesterkollegen in Baltimore. Wir überlegen, wie die Kirchenreform weitergebracht werden kann. Ich versuche, nicht herumzureden: Wir Priester müssen uns dafür entscheiden, Anwaltschaft für das Kirchenvolk und dessen berechtigte Erwartungen in die Kirchenleitung zu übernehmen. Dieses Kirchenvolk hat in den letzten Jahrzehnten in  immer neuen Anläufen seine Anliegen vorgebracht. Und es ist damit immer wieder ins Leere gelaufen. Die Stimme der „Laien“ hatte zu wenig Gewicht für die Kirchenleitung. Und wir, die Priester, sollten aus der Sicht der Kirchenleitung unsere Loyalität, unseren „Gehorsam“ darin sehen, dem Kirchenvolk zu erklären, warum eben was nicht möglich sei. Bis auf wenige mutige Ausnahmen haben die meisten von uns diesen Auftrag auch sehr lange erfüllt. Bis immer mehr von uns gespürt haben, dass wir da nicht mehr untätig zuschauen dürfen.

Jetzt wächst ein internationales Netzwerk von Priestern, die ihre Entscheidung getroffen haben und beim Niederhalten und Aussitzen der Anliegen des Kirchenvolkes nicht mehr mitmachen, sondern das Kirchenvolk, die Gemeinden an der Basis der Kirche bei der Einmischung in deren eigene Angelegenheiten unterstützen wollen. Das gefällt der Kirchenleitung gar nicht. Daher gibt es Druck auf uns. Einen Druck, dem wir nur gemeinsam standhalten werden können, – möglichst international verbunden.

Nach dem Lunch kommen meine Gesprächspartner mit mir zur conversation in der Faith Presbyterian Church in Baltimore. Und einer der Priester meldet sich dort zu Wort und verspricht den versammelten Mitgliedern der Kirchenreformbewegungen ausdrücklich, dass er und seine Kollegen Anwälte für die Anliegen des Kirchenvolkes sein wollen. Aus dem Applaus sind Erleichterung und Dankbarkeit herauszuspüren.

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8 Antworten zu Baltimore: Priesterdienst als Anwaltschaft für das Kirchenvolk

  1. Gustav Gans schreibt:

    Das Publikum ist anscheinend aus dem nächster Altersheim hergekarrt.

  2. Georg Schimmerl schreibt:

    5o Jahre nach dem Vatikanum II…..ist das ein Witz? Ich als mündiger Laie brauche keinen Pfarrer, der sich ohne ,meine Zustiummung zu meinem Sprecher machht. Ihre Anliegen sind soweit weg vom Leben eines „Katholiken auf der Strrasse“. JederLaie, der sich für diese Klerikerkämpfe einspannen lässt, soll endlich munter werden.

  3. Margit Hauft schreibt:

    Laien und Priester – „Mit vereinten Kräften und verteilten Rollen“ wird uns Veränderung gelingen!

  4. Maureen Beck schreibt:

    Thank you, Fr. Schuller, for coming to Baltimore. It gave me hope!

  5. Marie-Louise schreibt:

    Maria Magdalena, bete fuer uns allen … Helmut, Gottes Segung sei mit Dir un allen Priester die Reform unterstuetzen …

  6. Campos de Sousa schreibt:

    „Und der HERR wandte sich zu ihm und sprach: Gehe hin in dieser deiner Kraft und sparen Israel aus der Hand der Midianiter: habe ich dich nicht gesandt?“ Beurteilt 6:14
    „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn Sie absteigend auf den Heiligen Geist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an die Enden der Erde.“ Apg 1,8

  7. Silvia Brückner aus Deutschland schreibt:

    Sehr richtig, ohne die aktive Unterstützung durch die Priesterschaft werden die Laienreformbewegungen nichts erreichen können.

    Auch die deutsche Pfarrerinitiative hat sich mit der österreichischen vernetzt, mir ist aber noch nicht aufgefallen, dass sich dadurch bei uns in der Kirche etwas spürbar verändert hätte.

    Wenn man überhaupt etwas spürt, dann, dass seit dem Pontifikatswechsel Alle etwas entspannter wirken.

  8. Agnes Frei schreibt:

    »Aus dem Applaus sind Erleichterung und Dankbarkeit herauszuspüren« , hört ihr wie die Steine von den Herzen purzeln. Steine die Veränderungen ins Rollen bringen können…..GUTE REISE !!!

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