Boston II: Das Kirchenvolk lässt sich das Hören nicht verbieten

Schüller at Unitarian-Universalist church in Dedham, 18-07-2013 (K. Szymczak/Boston Globe)

Die Antwort auf das Verbot des Bostoner Erzbischofs fiel ziemlich deutlich aus.Weil die „conversation“ mit mir über eine Reform unserer Kirche nicht in der katholischen Pfarrgemeinde St. Susanna in Dedham stattfinden durfte, kamen die Interessierten einfach in die benachbarte First Church der Unitarier. Dorthin war die Veranstaltung verlegt worden. Da saßen sie nun dircht gedrängt, – bis hinaus auf die Wiese vor der Kirche.

Zusammengeführt hatte uns aber nicht bloß der Ärger über das bischöliche Rede – und Zuhörverbot. Das wurde schnell deutlich, als ich meine ersten Gedanken darzulegen begann: Dass Kirche „communio“, Gemeinschaft sein muss, wie Papst Johannes XXIII. und sein II. Vatikanisches Konzil wieder klargestellt haben. Nach Jahrhunderten einer Zwei-Klassen-Kirche. Das heftige Raunen und Kopfnicken dazu in der Versammlung machte spürbar, was dann in der Diskussion noch deutlicher werden sollte. Im Kirchenvolk geht die tiefe Sorge um, dass es von der Kirchenleitung zurück hinter das II. Vatikanische Konzil geführt werden soll. Und dass das gefährdet wird, was inzwischen an der Basis gewachsen ist an Kirche und Gemeinde als Gemeinschaft auf dem Weg zu den Menschen und mit ihnen. Da beruhigt es nicht gerade, dass nicht einmal das offene Diskutieren  dieser Sorge erlaubt sein soll.

(Mal sehen, was sich demnächst in Phildelphia tun wird. Auch dort hat der zuständige Bischof die Veranstaltung auf kirchlichem Boden verbieten wollen. Die gastgebende Ordensschwesterngemeinschaft bleibt aber dabei, dass die „conversation“ in ihren Räumen wie geplant stattfinden soll…)

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5 Antworten zu Boston II: Das Kirchenvolk lässt sich das Hören nicht verbieten

  1. Georg Schimmerl schreibt:

    Was für ein Unsinn- das Konzil und der Communio-Gedanke trägft deutlich mehr die Handschrift von Papst Paul VI als von dessen Initiator Johannes XXIII. Lauter Populismus…. wer kann das aushalten????????????

  2. Monika Bott schreibt:

    Danke Herr Pfarrer Schüller für Ihr mutiges Auftreten. Meine Unterstützung und die meiner U.S.A. Verwandtschaft ist Ihnen sicher.
    Monika Bott

  3. Regina Grotefend-Müller schreibt:

    Lieber Herr Schüller,
    Ihre Einladung im vergangenen Jahr nach Deutschland in „mein“ Bistum Hildesheim wurde Ihnen leider (für mich aber vorhersehbar!) durch Bischof Norbert Trelle untersagt. Dass nun in Philadelphia gerade die gastgebenden Ordensschwestern ihre Räumlichkeiten für Ihre Veranstaltung aufrechterhalten , ist bemerkenswert und dies besonders auf dem Hintergrund des Konfliktes des LCWR mit Rom ! Ich hoffe, die Nonnen bleiben so kämpferisch und ungehorsam, weil sie das Hören über das Gehorchen stellen, wie Sie (und alle Unterstützer_innen Ihrer Initiative ebenso) ! Ich wünsche Ihnen von Herzen viele gute Hörer_innen , dass Ihre und unsere gemeinsamen Anliegen auf fruchtbaren Boden fallen! Seien sie gestärkt in Gottes guter Begleitung .

  4. Paul Mark schreibt:

    Danke für ihren Bericht aus Boston und weiterhin viel Erfolg auf ihre Diskussionsreise .

  5. Silvia Brückner aus Deutschland schreibt:

    Herr Pfarrer Schüller, ich bewundere Sie zutiefst für Ihre Standfestigkeit und Ihr Durchhaltevermögen trotz aller Widrigkeiten.

    Ihr Bericht über Ihre USA – Reise beweist, dass unsere Probleme nicht nur im deutschsprachigen Raum vorhanden sind sondern in allen hochentwickelten Industrienationen und wahrscheinlich auch darüber hinaus weltweit.

    Gott schütze und segne Sie auf Ihrer Reise und lasse diese Ihre Reise reiche Frucht bringen.

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